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Datum:22.02.2006 15:03:38 Westeuropäische Normalzeit

von:pauli3105@web.de

Akte Wurstsuchen mit Pauli geschlossen.

Es ist soweit. Man schreibt ja eigentlich keinen Nachruf auf sich selbst aber ich bin trotzdem mal so frei. Als Ältestenrat A.D. wird mir das schon keiner krumm nehmen. 15 Jahre als aktiver Wurstsucher haben Spuren hinterlassen. Nicht nur bei mir selbst. Zwar zeigen übermäßiger Genuss von leicht verdorbenen Alkoholika kurze Einschränkungen beim Gleichgewichtssinn, Sprachzentrum etc.; auch könnten man sich die durch Wurst, Eier und Bier angefutterten Kalorien wieder abtrainieren aber über die Jahre bleibt da auch einiges hängen.

Bemerkenswerter sind da schon andere Aktionen, die einen mehr oder minder im Gedächtnis geblieben sind. Die Mitwurstsucher, die sich Jahr für Jahr in einen Kostümwahn steigerten, allerdings kaum trinkfester wurden. Man hatte jedoch immer ne tolle Truppe beisammen. Der Spaß, die Freude mit der man an vielen (aber nicht allen) Haustüren empfangen und erwartet wurde bleibt unvergessen. Vor allem aber die Sonderaktionen, wie „Freunde der Nacht“, „So hält man ein Auto richtig an“ oder „Frolic“ sind Klassiker die gerne und oft erzählt an die junge WS-Generation weitergegeben werden können, ja sogar müssen.

Wir hielten den Kurs und ließen uns auch durch das miesestes Wetter, geringste Beteiligung, abgesagte Musik, Trennung durch das Schwarzwasser und selbst provozierte Mitgehverbote nicht schocken und haben vor allem in den letzten Jahren ein findungsstarkes Team gebildet.

Leider haben kleine Misstritte und Ungeschicklichkeiten auch zu Unstimmigkeiten und Ärgernissen geführt. Allen Mahnern und Meckerern ruf ich entgegen: Wurstsuchen ist kein Tanzschulenabschlussball, Ihr ward auch mal jung, Tüte an der Tür schütz vor Schuhcreme, früher war nicht alles besser sonder schlimmer und wie ein Dorfältester mal sagte: “Die Jugend muss auch mal raus.“

In einem Rückblick muss aber auch der Blick auf die Zukunft gerichtet werden. Hier sehe ich leider ein paar dunklere Wolken am Horizont. Man scheint in einigen Kreisen zu glauben, dass das Wurstsuchen zu einem kommt. Kehrt um sage ich euch. Es ist aber genau anders herum. Nur wer selbst sich auf den Weg macht und sich erkundigt kann auch die Wurst nur finden.

Damit ist mein Kapital in der langen Geschichte des Wurstsuchens geschlossen. Andere treten jetzt in meine Fußstapfen. Sie dürfen genauso torkeln wie ich. Möge es noch viele Jahre sein, in denen ich an der Türe stehe und freudig Geld, Wurst und Eier an lustig gekleidete, angesoffene und abgedrehte Leute spende. Wenn ich denn einst im Schaukelstuhl sitze, mein Pfeifchen rauche und mir das alte Lied einfällt, dann endet es immer mit Faria Faria Ho.

Pauli (Wurstsucher und Ältestenrat a.D.)